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Hier finden Sie aktuelle/relevante Studien und Materialien zum Thema Geschlechtssterotype in der Bildungs- und Berufswahl

1. Die große Kluft: Frauen verdienen im Leben nur halb so viel wie Männer

Eine aktuelle Studie der Bertelsmann Stiftung zeigt: Die Ungleichheiten zwischen Frauen und Männern auf dem Arbeitsmarkt sind über das gesamte Erwerbsleben größer als bisher angenommen. Der häufig herangezogene Gender Pay Gap kann das wahre Ausmaß der Ungleichheit nur unzureichend abbilden.

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2. Warum werden Berufe nicht gewählt? Die Relevanz von Attraktions- und Aversionsfaktoren in der Berufsfindung (Stephanie Matthes, 2019)

 
Eine aktuelle BIBB-Studie liefert neue Erkenntnisse zur Nicht-Wahl von Berufen: Selbst wenn ein Beruf ihren Tätigkeitsinteressen entspricht, neigen viele Jugendliche dazu, ihn bei ihrer Berufswahl fallenzulassen, wenn er ihnen nicht genügend soziale Anerkennung zu vermitteln scheint.

Die BIBB-Studie fragt weniger danach, was Jugendliche motiviert, einen bestimmten Beruf zu ergreifen (sogenannte „Attraktionsfaktoren"). Vielmehr interessiert, warum Berufe nicht gewählt werden. Dabei deutet sich an, dass die Nichtwahl von Berufen offenbar anderen Logiken als die Wahl eines Berufes folgt. Als besonders relevanter Faktor, der den Ausschluss eines Berufs aus dem Feld möglicher Berufsoptionen bewirkt („Aversionsfaktor"), erweist sich die Erwartung einer mangelnden sozialen Passung: Wenn Jugendliche meinen, in ihrem sozialen Umfeld, insbesondere bei ihren Eltern und im Freundeskreis, mit einem bestimmten Beruf nicht gut anzukommen, beziehen sie diesen Beruf nicht mehr in ihre Berufswahl ein - und zwar auch dann, wenn die Tätigkeiten des Berufes mit ihren eigenen beruflichen Interessen übereinstimmen.

Neben fehlender sozialer Passung und als ungünstig wahrgenommenen Rahmenbedingungen während der Ausbildung und Arbeit - darunter Verdienst- und Aufstiegsmöglichkeiten -  gibt es noch weitere Gründe dafür, dass Jugendliche Berufe links liegen lassen:  wenn etwa mit Schwierigkeiten gerechnet wird, einen Ausbildungsplatz zu finden; oder wenn es an der Sicherheit fehlt, wirklich gut einschätzen zu können, was einen in einem Beruf erwartet.

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3. Geschlechtsstereotype Berufsentscheidungen bei Jugendlichen, die einen Lehrberuf anstreben: ein individuelles und ein gesellschaftliches Problem (Manuela Paechter, Silke Luttenberger, 2017)

 

Die Berufswünsche der Jugendlichen folgen (noch immer) stark geschlechtsstereotypen Vorstellungen: Von den Burschen strebten fast 87 % einen geschlechtstypischen Lehrberuf an (v.a. Kraftfahrzeugtechnik, Elektronik, Metalltechnik). Bei den Mädchen wollten fast 74 % geschlechtstypische Berufe wie Einzelhandelskauffrau, Friseurin, Bürokauffrau ergreifen.

 

Interessen und die Einschätzungen von Begabungen waren wichtige intrapersonale Faktoren, die die Berufswahl beeinflussten. Schon die Interessen der Jugendlichen an Tätigkeiten in Freizeit und Schule und auch in Bezug auf Berufe waren geschlechtsstereotyp ausgeprägt. Doch die Jugendlichen schätzten auch ihre Fähigkeiten sehr geschlechtstypisch ein: So hielten sich die Mädchen im mathematisch-technisch-naturwissenschaftlichen Bereich und die Burschen im künstlerischen oder sozialpflegenden Bereich für eher unbegabt. Neben diesen intrapersonalen Einschätzungen sind es Vorbilder aus dem Elternhaus und des näheren sozialen Umfeldes, die dazu beitragen, dass Berufe sozusagen ‚vererbt‘ werden.

In Bezug auf die Hindernisse und Unterstützung, die die Jugendlichen beim Verfolgen ihres Berufswunsches erlebten, zeigten sich je nach Typizität des Berufswunsches und Geschlechtes Unterschiede. Mädchen mit geschlechtsuntypischen Berufswünschen berichteten häufiger von Schwierigkeiten und mangelnder Unterstützung im sozialen Umfeld; Burschen mit geschlechtsuntypischen Berufswünschen berichteten häufiger von Unsicherheit im Berufsfindungsprozess. Es zeigte sich auch, dass die Berufswünsche der Jugendlichen wenig stabil waren; die Mehrheit ergriff nicht den zu Zeitpunkt 1 (Dezember 2015/Jänner 2016) angestrebten Beruf. Es gab zahlreiche Änderungen von geschlechtsuntypischen zu geschlechtstypischen Berufen, aber nie Änderungen in die umgekehrte Richtung. Die Jugendlichen, die ihren geschlechtsuntypischen Berufswunsch tatsächlich umsetzten, hatten besonders starke Unterstützung von den Eltern erfahren, hielten sich bei Ergreifen eines technischen Berufes für eher begabt in Mathematik und verfügten generell über ein eher hohes Selbstvertrauen.

 

Die Projektergebnisse geben Empfehlungen für die Unterstützung einer von Stereotypen möglichst unbeeinflussten Berufswahl. Wichtig sind unter anderem:

  • ein früher Beginn der Berufsorientierung, in dem Kinder spielerische Erfahrungen mit beruflichen Tätigkeiten machen können, wobei die Erfahrungen von Lehrpersonen begleitet und mit den SchülerInnen reflektiert werden sollen;
  • positive Lernerfahrungen im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich, die geschlechtsstereotypen Zuschreibungen von Fähigkeiten entgegenwirken und die die Relevanz von Mathematik/Naturwissenschaften für den Alltag und Beruf aufzeigen;
  • Hands-On-Erfahrungen durch eigenes Probieren und Experimentieren.

 
Einzelne Maßnahmen (z.B. Girls‘ Days, Boys‘ Days), die Geschlechtsstereotypen entgegenwirken sollen und die im Jugendalter ansetzen, bieten vor allem den Jugendlichen mit geschlechtsuntypischen Berufswünschen eine informative Unterstützung. Um Geschlechtsstereotypen entgegenzuwirken sollte Berufsorientierung jedoch wesentlich früher ansetzen und kontinuierlich begleitend stattfinden.

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4. Studie zum Gender Pay Gap, „Die Lohnlücke in den Köpfen“, Bonner Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit (IZA)

 
Mit welchem Einkommen rechnen Studentinnen und Studenten? Eine großangelegte Studie offenbart große Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Männer verlangen oft einfach mehr und bekommen auch mehr.

Zwischen den Geschlechtern klaffen die Gehälter stark auseinander. Im Durchschnitt verdienen Frauen 21 Prozent weniger in der Stunde als Männer - so groß ist der sogenannte Gender Pay Gap in Deutschland. Nun zeigt eine groß angelegte Studie des Bonner Forschungsinstituts zur Zukunft der Arbeit (IZA): Die Kluft beginnt nicht erst im Job, sie beginnt schon davor in den Köpfen. Die Befragten gaben unter anderem an, mit welchem Einstiegsgehalt sie rechneten und wie sie ihre Verdienstmöglichkeiten im Verlauf der späteren Karriere einschätzten. Dabei zeigte sich, dass die Lohnerwartungen die tatsächliche Lohnlücke ziemlich exakt widerspiegeln. Unterschiede bei der Studien- und Berufswahl können nur einen Teil der Diskrepanz erklären. Auch bei Studierenden der gleichen Fachrichtung lagen die Gehaltsvorstellungen von Frauen deutlich unter denen ihrer männlichen Kollegen. Die Daten legen nahe, dass Männer in Gehaltsverhandlungen eher bereit sind, hoch zu pokern. Sinnvoll könnten den Autoren zufolge daher spezielle Verhandlungstrainings für Frauen sein.

Mit Blick auf die Familienplanung zeigt die Befragung, dass sich die Akademikerinnen zwar der Karrierenachteile durch eine frühe Mutterschaft bewusst sind, jedoch die langfristigen Gehaltseinbußen aufgrund von Erziehungsauszeiten unterschätzen. Gezielte Informationskampagnen könnten nach Einschätzung der Forscher dazu beitragen, dass Mütter mehr Gleichberechtigung bei der innerfamiliären Aufgabenteilung einfordern.

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5. Eva Häfele ua: „Was ich einmal werden möchte …“ - Berufswahlprozesse und Zukunftsvorstellungen bei Kindern, 2015

 

Aus dem Vorwort: Mit der vorliegenden Studie „Was ich einmal werden möchte ..." unterstreicht das Land Vorarlberg einmal mehr sein Engagement für die Gleichstellung und Chancengleichheit der Geschlechter. Immer noch wird bei der Berufswahl nach Geschlecht entschieden: Büroberufe, der Handel und soziale Dienstleistungen sind frauendominiert. Handwerk und Technik gelten als Männersache. Mädchen halten sich weitgehend von naturwissenschaftlichen und technischen Berufen fern, Burschen von pädagogischen und Pflegeberufen. Dies, obwohl heute praktisch alle Ausbildungsmöglichkeiten jungen Frauen und Männern gleichermaßen offenstehen. Die in den letzten Jahren angebotenen Maßnahmen wie das EU-Projekt „MUT - Mädchen und Technik", die Girls Days, die Mädchenimpulstage, die Techniktage und das Interrreg-Projekt „Jump In!" zielten hauptsächlich auf Mädchen zw. 10 und 16 Jahren ab. Die jetzt vorliegende Studie „Was ich einmal werden möchte ..." weist darauf hin, wie wichtig die richtigen Antworten zu Berufswahlprozessen und Zukunftsvorstellungen bereits bei Kindern zw. 4 und 10 Jahren sind. Dank dieser Studie verfügen wir jetzt über Empfehlungen für eine möglichst frühe Bewusstseinsbildung bei Mädchen und Buben. Außerdem unterstreicht sie, wie wichtig die Vorbildwirkung der Pädagoginnen und Pädagogen im Kindesalter ist. (...)"

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6. Roswitha Tschenett: AMS info 316/317: Zur Minimierung von Gender Gaps bei der Ausbildungs- und Berufswahl, 2015

 

Aus dem einleitenden Teil: "Roswitha Tschenett ist seit 1996 im Bildungsministerium (Koordination und Abwicklung von gleichstellungsbezogenen EU-Projekten und von ESF-kofinanzierten Projekten mit Schwerpunkt »Mädchen und BO /Technik« und langjährige Geschäftsführerin der Arbeitsgruppe »Gender Mainstreaming / Gender Budgeting « im BMUKK. Seit 2013 leitet sie die Abt. Gender Mainstreaming / Gender und Schule im BMUKK bzw. BMBF. Das vorliegende AMS info stellt die erweiterte Fassung eines Vortrages dar, den Roswitha Tschenett im Rahmen der Tagung »Tagesvater meets Mechatronikerin - Aufbruch zu mehr beruflicher Vielfalt« am 18.9.2014 in Wien gehalten hat. Veranstalter dieser Tagung waren die Österreichischen Nationalagentur Lebenslanges Lernen, die Abt. Arbeitsmarktforschung und Berufsinformation des AMS Österreich und das sozialwissenschaftlichen Forschungs- und Beratungsinstitut abif - Analyse, Beratung und interdisziplinäre Forschung. (...)"

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7. Dorothea Erharter, Susi Bali: Einflussfaktoren in Mädchen-in-die-Technik-Workshops, 2012

 
Aus der Einleitung: "Seit Herbst 2006 führt das ZIMD Zentrum für Interaktion, Medien & soziale Diversität das Projekt "Roberta" durch. Bis Juli 2012 wurden insgesamt 159 Workshops mit ca. 1.887 Mädchen durchgeführt. Von Beginn an wurde das Projekt von einer laufenden Evaluation begleitet. Ausgewertet wurden die Feedbackbögen im allgemeinen vor allem eindimensional, lediglich im Projekt für die Frauenabteilung der Stadt Wien wurden teilweise auch Korrelationen betrachtet, allerdings immer nur innerhalb der Förderzeiträume, also der Kalender-Jahre. Nach 6 Jahren bot sich nun die Chance einer Längsschnitt-Auswertung, in der die Frage nach Einflussfaktoren in Mädchen-in-die-Technik-Workshops gestellt werden konnte. Dabei konnten unter anderem die Regionalität (Stadt-Land, Bezirke in Wien), der Migrationshintergrund der Mädchen, die zeitweilige Anwesenheit von Buben, die Einschätzung der beruflichen Chancen und - mittels ergänzendem Fragebogen - die Qualifikation und andere Eigenschaften der TrainerInnen in Korrelationen zum Erfolg der Workshops gesetzt werden. (...)"

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8. Boys in Care - Analyse von Unterrichtsmaterialien/ Teilberichte des Österreichischen Länderberichts im Auftrag des Bildungsministeriums (Gärtner, Marc & Scambor, Elli, 2017)

 

Dieser Kurzbericht ist Teil eines umfassenderen BiC-Berichts, in welchem sowohl Unterrichtsmaterialien als auch Boys‘ Day Materialien einer geschlechterbezogenen Analyse unterzogen wurden.

In Unterrichtsmaterialien lassen sich - bei aller Heterogenität der Materialien - vereinzelt Hinweise auf Männer in Care-Berufen finden. Zumeist sind aber Mädchen und Frauen in diesen Berufen dargestellt. Kurz zusammengefasst lässt sich festhalten, dass Geschlecht in allen ausgewählten Unterrichtsmaterialien thematisiert wird, jedoch in recht unterschiedlicher Tiefe und Qualität. Den unterschiedlichen Herangehensweisen liegen diverse Geschlechterkonzepte (z.B. Differenzansatz, ‚Doing Gender‘) zugrunde. Auch sehr traditionelle Konzepte (wie in "Apropos Wege und Ziele") sind hier vertreten und sollten diskutiert werden.  Darüber hinaus lässt sich zeigen, dass dort wo Geschlecht angesprochen wird, zunächst Mädchen und Frauen im Fokus sind. Burschen und Männer kommen hinsichtlich ihrer Berufs- und Lebensorientierung und ihrer -Möglichkeiten selten vor. Auch Erziehungszeit wird kaum thematisiert, Karenz wird allein mit Blick auf Mütter thematisiert.

Immer wieder finden sich in den Unterrichtsmaterialien Darstellungen, die auf die Überwindung der horizontalen Geschlechtersegregation am Arbeitsmarkt ausgerichtet sind. Diese thematisieren - ähnlich wie der Fokus Geschlecht - Mädchen und Frauen in untypischen Berufen. Vereinzelt finden sich Hinweise auf Männer in Care-Berufen, jedoch rudimentär und kurz angerissen. Ebenso selten sind Darstellungen, die auf die soziale Diversität von Burschen Bezug nehmen - dies betrifft sowohl die soziale Herkunft als auch körperliche Fähigkeiten (z.B. Behinderung), die ethnische Herkunft (z.B. arabische Namen) oder sexuelle Orientierung (z.B. gleichgeschlechtliche Familien).

Im transnationalen Vergleich mit BiC-Partnerländer (Slowenien, Bulgarien, Litauen, Italien, Deutschland) sind thematische Bezüge zu Geschlecht und Geschlechtersegregation am Erwerbsarbeitsmarkt in Ländern wie Österreich und Deutschland recht weit fortgeschritten - insofern sind auch Unterrichtsmaterialien positiv zu bewerten.

Dennoch zeigen die Analysen künftige Potentiale auf: Schulbücher und Verlage könnten von einer stärkeren Geschlechterreflexion profitieren. Z.T. gilt es, einfachste Geschlechterstereotype zu reflektieren, zum Teil müssen Bezüge zu Männern in Care-Berufen und in erzieherischen und versorgenden Rollen deutlich stärker fokussiert werden. Hierzu bedarf es darüber hinaus einer kritischen Betrachtung geschlechterhomogener Bezüge, denn Burschen sind ebenso wie Mädchen keine homogenen Geschlechtergruppen - die soziale Diversität sollte sich auch in Unterrichtsmaterialien wiederfinden. Hierzu sollte die Reflexion seitens der Schulbuch-Verantwortlichen vertieft werden. 

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9. Burschen und Care-Berufe: Geschlechtersegregation, Barrieren und bewährte Praktiken (Scambor, Elli, 2016)

 

Im folgenden Beitrag findet eine eingehende Auseinandersetzung der Autorin mit der Frage statt, was Burschen und junge Männer möglicherweise daran hindert, sich in der Berufswahl für so genannte »Care-Berufe« - gemeint sind weiblich dominierte Berufe in den Bereichen von Erziehung, Betreuung bzw. Fürsorge - zu entscheiden. Abschließend werden bewährte Praxen vorgestellt, die neue Perspektiven in der Berufswahl und Lebensplanung junger Männer eröffnen können, und zwar abseits der mittlerweile »Ausgetretenen Pfade« traditioneller Männlichkeit. Dabei wird auf die Ergebnisse einer von der Europäischen Kommission2 in Auftrag gegebenen EU-weiten Studie Bezug genommen, in welcher erstmals die Rolle von Männern im Prozess der Geschlechtergleichstellung in systematischer Weise in allen EU- und EFTA-Ländern erfasst und einer vergleichenden Analyse unterzogen wurde. Die »Study on the Role of Men in Gender Equality« wurde in den Jahren 2011/2012 u. a. unter maßgeblicher Beteiligung österreichischer Partnerorganisationen umgesetzt. Die Ergebnisse wurden in Form eines umfassenden Berichtes veröffentlicht und für Österreich in einer gesonderten Publikation nutzbar gemacht. Diese Publikation gewährt detaillierte Einblicke in die Situation von Männern im Wandel der Geschlechterverhältnisse in Österreich und ermöglicht eine Verortung im internationalen Vergleich.
 
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Materialien

 

  • Externe Verknüpfung Broschüre zur geschlechtssensiblen Berufsorientierung (GeseBO), Dr.in Silke Luttenberger, Sabine Fritz, MA

    Die Entscheidung für einen Beruf stellt eine zentrale Entwicklungsaufgabe dar. Berufsentscheidungen erfolgen in Auseinandersetzung mit dem sozialen Umfeld und noch immer häufig vor dem Hintergrund von Geschlechtsstereotypen. Um geschlechtsunabhängige Berufsentscheidungen fördern zu können, kommt der schulischen Berufsorientierung eine entscheidende Rolle zu. Im Rahmen der schulischen Sozialisation sind Schülerinnen und Schüler auf verschiedene Arten mit Geschlechtsstereotypen konfrontiert, so tragen beispielsweise auch Unterrichtsmaterialien zur Internalisierung von geschlechtsspezifischen Normen bei (z.B. Darstellung von Frauen und Männer in geschlechtstypischen Berufen und Rollen). Eine verstärkte Auseinandersetzung mit Stereotypen, vor dem Hintergrund einer Individualisierung der schulischen Berufsbildung, eröffnet die Möglichkeit, dass junge Menschen sich bei der Berufsentscheidung stärker an ihren individuellen Stärken, Fähigkeiten und Interessen orientieren als an der Frage, welcher Beruf typisch für das jeweilige Geschlecht ist. Diese Broschüre entstand im Auftrag vom BMB (Abteilung I/10, Gender Mainstreaming/Gleichstellung und Schule) und setzt am Projekt GeseBO-Koffer (Gender & Now) an. Dafür wurden Beispiele aus dem GeseBO-Projekt, aus anderen Projekten zum Thema geschlechtssensible Berufsorientierung und im Rahmen von Diplomarbeiten entwickelte Beispiele in dieser Broschüre zusammengestellt.


  • Externe Verknüpfung ABV - Heldinnen der Technik regionale Portraits von drei Mädchen/jungen Frauen in technischen Lehrberufen

  • Externe Verknüpfung „Arbeiten ist für uns alle wichtig"

  • Externe Verknüpfung Kinder erklären: Video zum Gender Pay Gap

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