Gender Mainstreaming
GENDER MAINSTREAMING FÜR DIE STEIERMÄRKISCHE LANDESREGIERUNG
Vom Wagemut zur neuen Routine
Wer die aktuellen Debatten über Gleichstellung von Frauen und Männern bei Karriere und Einkommen, über gerechte Aufteilung der Familienarbeit, im Hinblick auf geschlechtsspezifische Berufswahl oder Beteiligung an Entscheidungspositionen verfolgt, gewinnt den Eindruck: „....und sie bewegt sich kaum". Doch es gibt sie: Projekte, nach deren Umsetzung die gewohnte Umgebung nicht mehr war wie zuvor. Weil sie eine neue, andere Sicht der Dinge ermöglicht haben, hinter die es kein Zurück mehr gibt. Eine Umwälzung mit eben diesem Potenzial wird gerade in der Steiermark umgesetzt.
Die Steiermärkische Landesregierung ist dem inneren Antrieb, sich aus eigener Kraft bewegen und verändern zu wollen gefolgt und hat ein Projekt zur Ausrichtung von Politik und Verwaltung auf Gleichstellung von Männern und Frauen gestartet, das Vieles verändern wird.
Die Leitfrage des auf drei Jahre angelegten Vorhabens der Steiermärkischen Landesregierung lautet:
Wo und wie können nachhaltig in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft Strukturen und Rahmenbedingungen entwickelt werden, die weder bevorzugen noch benachteiligen?
Im Rahmen des Projektes werden die unterschiedlichen Sichtweisen und Prioritäten in den Ressorts und die autonomen selbstgesteuerten Projekte mit einer übergeordneten, gemeinsamen Planung kombiniert. Die Gender Mainstreaming Expertinnen Heide Cortolezis und Dorothea Sauer beraten und begleiten alle Aktivitäten als Projektleiterinnen.
Die Entwicklung der Pilotprojekte in den politischen Ressorts begann mit der Bereitschaft der politisch Verantwortlichen, sich der Frage zu stellen wo und wie die eigenen Politiken und Strategien tatsächlich auf die Gleichstellung von Frauen und Männern wirken.
Derzeit werden mit klarem Blick aufs Wesentliche in verschiedenen politischen Büros Ideen zur exemplarischen Integration von Gender Mainstreaming entwickelt.
Die Spannbreite der Ideen ist äußerst vielfältig: Gendersensible regionale Entwicklung, Gleichstellung in kommunalen Aktivitäen oder Berücksichtigung unterschiedlicher Bedürfnisse und Lebensbedingungen von Frauen und Männern in der Verkehrsplanung sind nur einige der spannenden Themen, die von den Projektmanagerinnen derzeit mit den politisch Verantwortlichen im Land diskutiert werden.Was überzeugt, das ist die Einfachheit und Schlagkraft der Ideen. Das Besondere fällt nicht vom Himmel, sondern erfordert Arbeitslust, Leidenschaft und wirkliches Bemühen um Originalität: Über den Tellerrand schauen, mit ungeschriebenen Gesetzen brechen, sich neu erfinden.
- Der erste Schritt: Know-how aufbauen
Gerade im Kontext von Gleichstellung von Frauen und Männern verstellt manch geistige Barriere den Blick auf das Wesentliche: Aufgeschnapptes, Fremdgedanken und Ansichten aus zweiter Hand. Manchmal müssen Köpfe von Alltagstheorien und persönlichen Annahmen befreit werden, um den nötigen analytischen und professionellen Blick auf Handlungsoptionen zu bekommen.
Oft aber mangelt es weniger an der Einsicht, sondern an der praktischen Umsetzung. Gender Mainstreaming ist systematisches Vorgehen - vom Planungsstadium bis hin zur Implementierung.
Der Landtag Steiermark hat in seiner Sitzung vom 11. September 2007 deshalb auch einstimmig beschlossen, Gender Agents in allen Landtagsklubs auszubilden und einzusetzen.
Interessierte Abgeordnete und KlubmitarbeiterInnen treffen sich mit den Projektmanagerinnen am 6.11.2007 in der Landesstube, um die letzten Abstimmungen an Curriculum und Konzept vorzunehmen.
- Der zweite Schritt: Entscheidungen treffen
Die Meisterschaft komplexe Aufgaben zu lösen, ist ein kostbarer Aktivposten regionaler Regierungen und ihrer Verwaltung und zugleich eine wirksame Vorbeugung gegen das Verharren im Mittelmaß. Letzten Endes liegt das Geheimnis guter Integration von Gender Mainstreaming auch in der Bereitschaft der Verantwortlichen, ein Pilotprojekt konsequent umzusetzen.
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- Im Ressort JUGEND, FRAUEN, FAMILIE UND BILDUNG wird ein Projekt mit steirischen Pflichtschulen umgesetzt um der unterschiedlichen Positionierung von Erwerbs- und Familienarbeit und den Rollenstereotypen in den Lebenskonzepten von Mädchen und Jungen entgegenzuwirken.
- Im Ressort WIRTSCHAFT, INNOVATION UND FINANZEN werden Richtlinien, Gesetze, Finanzierungsinstrumente und deren Auswirkungen auf Gleichstellung von Frauen und Männern in Wirtschaft, Innovation und Forschung überprüft und auf Gleichstellung ausgerichtet
- Im Ressort SOZIALES, ARBEIT UND KULTUR wird in das Programm für Qualifizierung und Beschäftigung Gender Mainstreaming integriert um die Chancengleichheit von Frauen und Männern noch aktiver zu forcieren.
- Vernetzung und Information mit interessierten BürgerInnen und NGOs
• Vernetzung und Information mit interessierten BürgerInnen und NGOs
Die Kultur der Zusammenarbeit von interessierten BürgerInnen, NGOs und Regierungsorganisationen im Projekt kann zur Basis einer neuen langen Welle der gemeinsamen Arbeit an einer geschlechtergerechten Steiermark werden. Gefragt sind Selbstverantwortung, Kooperation und gegenseitige Hilfe. Das Pilotprojekt „Gender Mainstreaming" setzt auf aktive Beteiligung und Mitgestaltung von Steirerinnen und Steirern. Menschen, welche ihre Potenziale entfalten können, ändern die Welt!
BürgerInnen heute sind informierter, unabhängiger und individualistischer als noch vor Jahren. Sie stehen der Politik kritisch gegenüber, bringen sich ein, wollen mitgestalten und teilhaben.
Ein Round Table am 26.11.2007, zu dem die mit dem Thema der Gleichstellung von Frauen und Männern befassten NGOs und ExpertInnen eingeladen sind, setzt den Startschuss für synergetische Zusammenarbeit und solidarische Diskussion, die die Bemühungen für eine geschlechtergerechte Steiermark weiter vorantreiben wird.

