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Täterarbeit als wichtiger Beitrag zum Opferschutz – Die Steiermark setzt im Rahmen von „16 Tagen gegen Gewalt an Frauen“ neue Akzente

Foto von Präsentation der Kampagne mit (v.l.n.r.): Christian Scambor, Marina Sorgo, Bettina Vollath, Susanne Pekler und Michaela Gosch © Land Steiermark/Promitzer, Verwendung bei Angabe der Quelle kostenfrei
Foto von Präsentation der Kampagne mit (v.l.n.r.): Christian Scambor, Marina Sorgo, Bettina Vollath, Susanne Pekler und Michaela Gosch
© Land Steiermark/Promitzer, Verwendung bei Angabe der Quelle kostenfrei

Schulterschluss: Mit der Kampagne „Du hast die Wahl! - gewaltfrei.14" beziehen steirische Gewaltschutzeinrichtungen und Frauenlandesrätin Bettina Vollath klar Stellung gegen Gewalt an Frauen. Innerhalb der „16 Tage gegen Gewalt an Frauen" liegt der Schwerpunkt heuer auf dem Thema Täterarbeit, das von ExpertInnen als zentraler Beitrag zum Opferschutz gesehen wird.

Zwischen dem „Tag gegen Gewalt an Frauen" (25. November) und dem „Tag der Menschenrechte" (10. Dezember) liegen die „16 Tage gegen Gewalt an Frauen". Die Steiermark beteiligt sich auch heuer an dieser internationalen Kampagne. Gemeinsam mit VertreterInnen von „NEUSTART - Leben ohne Kriminalität", dem Gewaltschutzzentrum Steiermark, den Frauenhäusern Steiermark und dem „Verein für Männer- und Geschlechterthemen" präsentierte Frauenlandesrätin Bettina Vollath die Initiative „Du hast die Wahl! - gewaltfrei.14" (www.gewaltfrei-stmk.at). „Viel zu oft wird über das Thema Gewalt innerhalb von Beziehungen und innerhalb von Familien weiterhin der Mantel des Schweigens gehüllt. Gemeinsam wollen wir mehr Bewusstsein und Sensibilität für diese Problematik schaffen", erklärt Vollath, die die starke steirische Fachszene und die vernetzte Arbeit der Stellen hervorhebt. Der inhaltliche Schwerpunkt liegt im Bereich der Täterarbeit. „Durch eine Vielzahl von wissenschaftlichen Untersuchungen ist belegt, dass durch die Arbeit mit Tätern die Rückfallsquote gesenkt und somit die Gewaltspirale unterbrochen werden kann. Täterarbeit leistet somit einen ganz wesentlichen Beitrag zum Opferschutz und zur Verhinderung weiterer Gewalttaten", betont Marina Sorgo vom Gewaltschutzzentrum. Die zu diesem Themengebiet organisierte internationale Fachtagung, die am 26. November an der FH Joanneum in Graz stattfindet, stoße auf reges Interesse, freut sich Sorgo.

Die Frauenhäuser Steiermark mit den Standorten in Graz und in Kapfenberg betreuen im Schnitt jährlich zirka 220 Frauen und ebenso viele Kinder, berichtet Geschäftsführerin Michaela Gosch: „Immerhin mehr als 30 Prozent der Frauen entscheiden sich, zu ihrem gewalttätigen Partner zurückzukehren, oft auch gegen die Bedenken der Frauenhausmitarbeiterinnen. Hier ist unser Auftrag, die sichere Rückkehr zu begleiten - was nicht möglich ist, wenn nicht parallel dazu auch mit den Tätern gearbeitet wird", erläutert Gosch. Diese Arbeit leistet unter anderem der „Verein für Männer- und Geschlechterthemen Steiermark", Christian Scambor berichtet dazu aus der Praxis: „Wir arbeiten mit Männern und männlichen Jugendlichen, die Gewalt ausüben, an der Veränderung ihres Verhaltens. Und Veränderung ist möglich - wenn sich jemand auf das Unterstützungsangebot einlässt. Daher auch die die Botschaft unserer gemeinsamen Kampagne: ,Du hast die Wahl!‘", erklärt Scambor.

Im Bereich der Bewährungshilfe ist „NEUSTART - Leben ohne Kriminalität" tätig. „Wir arbeiten mit gerichtlich zugewiesenen Tätern, der Klient ist also verpflichtet, die Betreuung auch anzunehmen", sagt Neustart-Leiterin Susanne Pekler, die vor allem das gestiegene Bewusstsein innerhalb der Richterschaft lobt: „Die Steiermark ist das Bundesland mit der höchsten Zuweisungsrate für verpflichtende Anti-Gewalt-Trainings: Denn: Wirkungsvolle Täterarbeit ist der beste Opferschutz", so Pekler. Die opferschutzorientierte Täterarbeit finde optimalerweise in enger Vernetzung mit Opferschutzeinrichtungen statt, so die Expertin. „Gewalt ist keine Privatsache, daher ist auch eine klare Stellungnahme der gesamten Gesellschaft notwendig", fordert Pekler.

Im Rahmen der „16 Tage gegen Gewalt an Frauen" finden neben der Kampagne und der Fachtagung auch Round-Table-Gespräche in allen steirischen Regionen statt. Das Ziel: Noch bessere Vernetzung aller Fachstellen und die Erhebung eventueller weißer Flecken. Denn: „Das Recht auf ein gewaltfreies Leben ist allumfassend", sagt Bettina Vollath. „Dennoch wissen wir, dass es viele Frauen gibt, denen dieses Recht verwehrt bleibt. Wir setzen alles daran, um hier in Zukunft eine Verbesserung der Situation möglich werden zu lassen", so die Landesrätin.

 

Externe Verknüpfung - Einladung zur Fachtagung „Täterarbeit - Ein Beitrag zum Opferschutz"; Veranstaltung ist medienöffentlich, bei Interesse bitte um Kontaktaufnahme

Externe Verknüpfung - Aktuelle Zahlen

Externe Verknüpfung - Roundtable-Termine in den Regionen